Deutsche Telekom ersteigert Frequenzspektrum für den breitbandigen Netzausbau im Mobilfunk

20.05.2010 | Bonn
Die Deutsche Telekom hat sich erfolgreich an der bislang größten deutschen Frequenzversteigerung beteiligt und sich insgesamt 95 MHz an Spektrum gesichert. Damit soll der Netzausbau im Mobilfunk weiter vorangetrieben und den Kunden eine noch bessere Breitbandversorgung ermöglicht werden. Vor allem sind Kapazitäten für die stark wachsende Nachfrage nach mobilem Internet erforderlich.

Insgesamt hat die Deutsche Telekom für die neuen Frequenzbereiche rund 1,3 Mrd. Euro ausgegeben.

"Wir sind mit dem Ausgang der Frequenzauktion in Deutschland zufrieden", so Niek Jan van Damme, Vorstandsmitglied Deutschland der Deutschen Telekom AG. "Wir konnten sämtliche Frequenzblöcke ersteigern, die wir für unseren weiteren Netzausbau benötigen. Damit schaffen wir eine wesentliche Grundlage für die Steigerung des Umsatzes aus mobilem Datenverkehr, so wie es unsere Strategie vorsieht."

Mit dem Erwerb der Frequenzen und dem entsprechenden Netzausbau kann die Deutsche Telekom nun die Grundlage für die Einführung von LTE (Long Term Evolution) legen und damit Bandbreiten von mehr als 100 MBit/s ermöglichen. Der LTE-Netzausbau ist in den Investitionsplanungen für Deutschland bereits berücksichtigt. Weitere Informationen zum LTE-Ausbau wird die Deutsche Telekom zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben.

LTE ermöglicht deutlich höhere Datenraten als der bisherige UMTS-Standard. Der mobile Datenverkehr wächst enorm: Internationale Studien rechnen damit, dass der Datenverkehr bis 2013 um den Faktor 60 zunimmt. Künftig werden mit LTE fünf bis zehn Mal höhere Bandbreiten als bisher möglich sein. Für den Kunden sind damit Anwendungen wie IPTV, Online gaming und Multimedia Services möglich. Das Erlebnis des mobilen Internets wird das gleiche Niveau wie das Surfen zu Hause über DSL erreichen. Die Telekom hat die Stärken der LTE-Technik bereits mehrfach in der Praxis unter Beweis gestellt. Zuletzt wurden auf der CeBIT mit einer Live-Videoschaltung zwischen dem Messestand und einem fahrenden Auto in Innsbruck grenzüberschreitende mobile Breitbandanwendungen demonstriert. Mobile Videokonferenzen in HD-Qualität zeigten zum Beispiel, wie man sich per Videokonferenz bespricht und gleichzeitig Zugriff auf dieselben Dateien hat.

Im Frequenzbereich von 790 bis 862 MHz, der sogenannten Digitalen Dividende, hat die Deutsche Telekom 20 MHz (zwei Mal zehn MHz) ersteigert. Mit diesem Spektrum sollen zunächst ländliche Regionen mit Breitband-Anschlüssen versorgt werden und kurzfristig erste so genannte "weiße Flecken" geschlossen werden. Die Digitale Dividende eignet sich hierfür besonders, weil nur relativ wenige Funkstationen benötigt werden, um eine Breitbandversorgung zu realisieren. Das neu ersteigerte Spektrum in den übrigen, höheren Frequenzbereichen (1,8 GHz und 2,6 GHz) wird die Deutsche Telekom einsetzen, um die Kapazitäten für den steigenden Datenverkehr in den Ballungsgebieten zu erweitern.

Mit der Frequenzauktion nimmt Deutschland bei der Vergabe der Digitalen Dividende im Bereich 800 MHz in Europa eine Führungsrolle ein und wird zum Vorreiter bei der mobilen Breitband-Erschließung. Um eine effiziente Nutzung von LTE auch grenzübergreifend zu gewährleisten, müssen nun die Nachbarländer folgen.

Quelle: Pressemeldung Telekom AG

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